Wenn die GEZ-Gebühren nicht reichen…

June 2nd, 2005

In der FAZ gibt es heute einen sehr interessanten Bericht über Schleichwerbung in der ARD:

Kollege Töppers kennt sich jedoch nicht nur in Heizungsdingen aus, er weiß auch um die Qualität von Teppichböden: „Laß uns dann doch wenigstens die Wohnung mit Teppichboden auslegen, das hatte ich immer schon mal vor. Teppichboden bedeutet weniger Staub, schluckt Geräusche, sieht tadellos aus und erleichtert unserem Nachwuchs die ersten Gehversuche.”

Welcher Autor läßt sich solche Sätze einfach so einfallen? Wohl kaum jemand, beim „Marienhof” steckte, wie epd medien gegenüber bestätigt wurde, die „Arbeitsgemeinschaft textiler Bodenbelag dahinter”.

Entsprechende Bonität vorausgesetzt, kann man sich offensichtlich im Oberschichtenfernsehen Dialoge, Film-Sets und komplette Handlungsstränge kaufen… wie schön… da dürfte dies hier ja wohl nicht mehr notwendig sein, oder ?

ARD will Gebührenerhöhung einklagen

Weil die jüngste Erhöhung der Rundfunkgebühren niedriger ausfiel als erwartet, will die ARD jetzt das Bundesverfassungsgericht anrufen. ()

(via Florian per IM)

Die vierte Gewalt | Comments Jump to the top of this page

3 comments on “Wenn die GEZ-Gebühren nicht reichen…”

  1. 01

    Naja, ich frage mich halt, ob diese Kommission auch die üppigen Einnahmen aus der Schleichwerbung in ihre Kalkulation einbezogen hat !? Okay, nur ein Scherz – die sind ja nicht an die Sender, sondern wohl eher an Privatpersonen gegangen.

    Aber mal im Ernst: der staatliche Einfluss läuft ja (leider !) nicht nur über die Gebührenfestlegung und wenn man sich anschaut, in welchem Ausmass die öffentlich-rechtlichen Sender Geld verschwenden, dann kann man schon verstehen, warum in der heutigen Zeit eher Einsparungen statt Gebührenerhöhungen angesagt sein sollten…

    Bjoern at June 6th, 2005 around 01:06
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  2. 02

    Naja, so ganz richtig ist der Kommentar ja nicht. Das Verfassungsgericht hat festgelegt, daß eine unabhängige Kommission die Gebühren festsetzt und die Politiker sich komplett raushalten sollen. Sie düfen es in den Parlamenten lediglich abnicken. Das ist nicht geschehen. Die Herren Politiker haben sich massiv eingemischt, wie es ja auch in der Netzeitung steht.
    Die Politik darf die Gebühr nicht festlegen, was auch die EU bestätigt (Stichwort: Staatliche Beihilfe).
    Man kann sich natürlich Gedanken machen, warum die Damen und Herren aus der Politik sich trotzdem eingemischt haben.
    Wenn man sich diesen Blog so ansieht, dann fallen mir auch schon einige Gründe ein und keiner hat wirklich mit ehernen Zielen der Politiker zu tun.
    Natürlich kann man auch darüber streiten, was man für seine Gebühren bekommt und wofür das alles ausgegeben wird. Aber das hat nichts mit einer Verfassungsbeschwerde zu tun.

    Peredor at June 6th, 2005 around 12:41
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  3. 03

    D’accord, die Öffentlich-rechtlichen werden sich auch nicht mehr als nötig bewegen, wenn genug Geld da ist. Da gleichen sie anderen Unternehmen.

    Es geht hier nur darum, wer was zu sagen hat. Die Politiker jedenfalls nicht. Und trotzdem: Steinbrück hat eigene Sender in seinem Ländle, Stoiber hatte zusätzlich noch Probleme mit der HVB, als die beiden zusammen mit Milbradt (?)ihre Kampagne starteten. Diesen Herren kann ich nicht abnehmen, daß sie sich um den Gebührenzahler gesorgt haben. Wie sieht es mit der Bild aus? Die ist ja an Privatsendern beteiligt. Kein Wunder, daß die eine Kampagne gegen den ÖR starten.

    Steck alle Beteiligten in einen Sack und schlag drauf. Du trifft nie den Falschen.

    Peredor at June 7th, 2005 around 09:31
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