Bloggende Politiker – heute: Hans-Joachim Otto

March 14th, 2005

Über Metablocker habe ich gestern das Weblog eines waschechten Bundestagsabgeordneten entdeckt: bereits seit Anfang Februar betreibt es der Frankfurter FDP-Abgeordnete Hans-Joachim Otto unter dem originellen Titel Ottos Weblog bei Blogg.de.

Warum und wieso hat er in seinem ersten Eintrag kurz erläutert:

Hier haben Netz-Surfer nun die Gelegenheit, auch mal meine Meinungen zu allen möglichen Themen zu erfahren, auch solchen, die jenseits meines eigentlichen Tätigkeitsfeldes (ich bin im Bundestag Sprecher für Kultur und Medien meiner Partei) liegen. Damit möchte ich einen weiteren Beitrag zu Transparenz und Bürgernähe leisten.

Jetzt könnte man natürlich anmerken, dass Weblogs ja eigentlich nicht allein dafür da sind, die eigene Meinung der Welt mitzuteilen. Geht es nicht auch um einen Dialog und darum die Meinung der Welt über sich selbst zu erfahren ? Egal. Wollen wir mal nicht so kleinlich sein. Auf jeden Fall schön zu sehen, dass auch hierzulande Politiker beginnen, sich mit diesem Medium auseinander zu setzen.

Die Frage ist allerdings, ob Herr Otto wirklich selbst bloggt !?

Eine Kommentatorin beim Metablocker hat da jedenfalls so ihre Zweifel. Und das obwohl die Einträge durchaus einen recht persönlichen Eindruck machen und mit dem Namen von Herrn Otto “virtuell” unterschrieben sind (Ähm, Herr Otto ? Im Gegensatz zu Briefen u.ä. ist das in Weblog eher unüblich !).

Vielleicht sollte ich mal per eMail nachfragen und sehen, was Herr Otto dazu sagt…

FDP, eDemocracy | Comments Jump to the top of this page

3 comments on “Bloggende Politiker – heute: Hans-Joachim Otto”

  1. 01

    Wenn er nicht slebst bloggen sollte: Ist das in dem Fall wirklich schlimm? Ich bin mir da sehr unsicher, wenn ich mir die Diskussionen mit den ersten Ministern und Parteioberen anschaue, die zurzeit geführt werden.
    Wenn beispielsweise von derselben Person gebloggt wird, die auch sonst alle Grußworte, Reden usf. schreibt (ok, trifft auf einen einfachen MdB nicht so voll zu), könnte das durchaus akzeptabel sein, scheint mir.
    Ist es bei Funktionsträgern mit persönlichen Referenten nicht ein bisschen anders als beispielsweise bei CEOs?
    Echte Fragen meinerseits…

    der Haltungsturner at March 15th, 2005 around 09:14
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  2. 02

    Zu Ihren Fragen habe ich auf meinem Weblog Stellung genommen.

    Grüße!
    HJO

    Hans-Joachim Otto at March 15th, 2005 around 11:13
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  3. 03

    @Wolfgang: Ich denke schon, dass das ein Problem wäre. Schliesslich sind die Beiträge teilweise sehr persönlich und klar namentlich gekennzeichnet.

    Unabhängig davon haben Weblogs vor allem deswegen (zur Zeit noch ?) einen “Glaubwürdigkeitsvorsprung”, weil sie als sehr authentisch wahrgenommen werden. Von dieser Authentizität bliebe aber nicht viel übrig, wenn schon die Angabe des Autors falsch wäre. Damit würde sich der Namensgeber sicher keinen Gefallen tun. Andererseits fände ich es vollkommen okay finden, wenn in einem solchen Bog auch Mitarbeiter / Referenten schreiben. Aber dann doch bitte unter ihrem eigenen Namen…

    Herr Otto hat das inzwischen klargestellt: die Beiträge stammen tatsächlich von ihm !

    Bjoern Ognibeni at March 16th, 2005 around 12:09
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