Die Farbe des Stroms mag wechseln, der Preis sicher nicht !?

January 26th, 2005

Schon heute sind Strompreise in Deutschland mit die höchsten in Europa. Anders als im Bereich Telekommunikation hatte hier die Liberalisierung des Marktes vor ein paar Jahren absolut nichts gebracht. Denn die früheren Monopolisten konnten weiter munter ihre marktbeherrschende Stellung nutzen, um neuen Wettbewerbern das Geschäft zu vermiesen. Eine Regulierungsbehörde, wie z.B. die RegTP, welche die Deutsche Telekom in Schach hält, ist bei der gesetzlichen Regelung des Strommarktes irgendwie vergessen worden.

Nun will Rotgrün mit einem neue Energiewirtschaftsgesetz versuchen, doch noch ein wenig Schwung in den Wettbewerb zu bringen – zumindest theoretisch. Praktisch sollte sich der private Endverbraucher aber wohl nicht allzu viel davon erhoffen (Quelle: Netzeitung):

Clement hatte Medienberichten zufolge im Vorfeld eines Treffens mit der Chef der vier Stromnetzbetreiber in Deutschland – Eon, RWE, Energie Baden-Württemberg (EnBW) und Vattenfall Europe – für das neue Gesetz, das derzeit im parlamentarischen Prozess steckt, Strom-Großverbrauchern wie etwa der Aluminiumindustrie eine Senkung der Strompreise in Aussicht gestellt.

Die Monopolisten sollten aber nicht darunter leiden, sicherte Clement den Konzernchefs zu. Statt dessen sollten sie sich durch höhere Preise für private Endkunden schadlos halten. ()

Übrigens ist es natürlich reiner Zufall, dass viele der großzügig Nebeneinkünfte zahlenden Unternehmen aus dem Energiesektor kommen (z.B. die hier oder hier). Mit den handwerklichen Fehlern in den Regulierungsgesetzen und unseren hohen Strompreisen hat das freilich nix zu tun…

Filz & Kungelei, Wirtschaftspolitik | Comments Jump to the top of this page

One comment on “Die Farbe des Stroms mag wechseln, der Preis sicher nicht !?”

  1. 01

    Jaja, handwerkliche Fehler im Regulierungsgesetz (welche Regulierung eigentlich?), eine umstrittende Ministererlaubnis, seltsame uneigennützige Zahlungen an Abgeordnete. Man kann es ja nicht beweisen aber auch nicht häufig genug sagen, dass es sicher nur ein Zufall ist, dass der Verantwortliche für den Eon-Ruhrgas-Ministerentscheid, Ex-Staatssekretär Tacke, nun in leitender Position beim Stromversorger Steag, einer Eon-Tochter, unterkommen ist. Wie das Leben so spielt…

    aho at January 28th, 2005 around 11:03
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