Wählen in den USA – demnächst so zuverlässig wie Microsoft Windows !?
July 9th, 2004
Bei Mark Fiore gibt es diese Woche einen netten Beitrag zum Thema “Elektronisches Wählen”:
Das Ganze hat allerdings einen ziemlich ernsten Hintergrund.
Nach dem Wahldebakel in 2000 haben sich die USA entschlossen, Wahlen zukünftig elektronisch durchzuführen – per Wahlcomputer. Mit der Entwicklung der dafür nötigen Technologie wurde die Firma Diebold beauftragt.
Kleines Problem dabei: der Vorstandsvorsitzende von Diebold, Walden O’Dell, engagiert sich sehr aktiv für die Wiederwahl von Präsident Bush !?
Uups…
Und so ist es wohl auch nicht weiter verwunderlich, dass schon eine ganze Weile zahlreiche Dokumente durchs Internet geistern, die auf massive Unregelmäßigkeiten bei den Wahlcomputern hindeuten: z.b. diese interne eMail einer Diebold-Mitarbeiterin, die erstaunt feststellen musste, dass man auf die Datenbank mit den Wahlergebnissen ohne Passwort zugreifen kann:
“Jennifer Price at Metamor (about to be Ciber) has indicated that she can access the GEMS Access database and alter the Audit log without entering a password. What is the position of our development staff on this issue? Can we justify this? Or should this be anathema?”
Die lapidare Antwort darauf: die Datenbank mit einem Passwort zu schützen, wäre ziemlich aufwendig und wird deshalb wohl nicht gemacht…
…auweia !
Da bin ich ausnahmsweise doch mal froh, dass ich in einem Land lebe, in dem der technische Fortschritt manchmal nur sehr gemächlich voranschreitet !!
Links zum Thema:


3 comments on “Wählen in den USA – demnächst so zuverlässig wie Microsoft Windows !?”
01
Wir müssen zwischen geheime Wahl und Elektronische Wahl entscheiden.
02
Wenn man bedenkt was die Alternatieven sind.
03
Ich denke mal, ein Stift und ein Zettel sollten doch eigentlich als technische Infrastruktur für die Wahldurchführung reichen.
Irgendwie scheint man das in den USA anders zu sehen !?