Die K-Frage ? Wen interessiert die bitte ??

December 3rd, 2003

Wenn ich ehrlich bin, habe ich bis jetzt nie sonderlich viel von Angela Merkel gehalten. Nicht zuletzt deswegen, weil sie vor 1998 immer mal wieder dicke Castor-Transporte quer durch die Göttinger Innenstadt schickte – begleitet von einer ganzen Invasionsarmee grüner Männchen, die einem dann ziemlich den Tag vermiesen konnten.

Aber egal – so langsam ändert sich meine Meinung über sie. Zumindest hat sie etwas geschafft, was vor ihr schon lange niemand mehr überhaupt versucht hat: unter ihrer Führung hat eine der grossen Parteien anscheinend angefangen zu akzeptieren (ganz vorsichtig formuliert !), dass sich grundsätzlich etwas ändern muss – dass Reformen nicht bloss Drehen an kleinen Schräubchen und weniger Leistung für mehr Geld bedeuten. Was immer daraus wirklich am Ende wird, das allein ist schon eine ganz respektable Leistung !

Aber was dominiert nun die Schlagzeilen in den Medien:

Zugegeben: zwischen Merkel, Koch, Stoiber und weiss ich wem ist sicher ein ziemlicher Kampf darüber im Gange, wer der nächste K. wird. Aber interessiert dies momentan wirklich so sehr ?

Oder ist es nicht bloss die einfachere Story für faule Journalisten, die glauben, dass sie sich auf diese Weise die Arbeit sparen können über komplizierte Reformvorhaben im Detail zu berichten, weil ihre Leser dafür sowieso viel zu dämlich und zu desinteressiert sind !?

Und warum bekommen Berichte über Streit um Führungspositionen immer gleich einen negativen Unterton verpasst ? Ist es wirklich soviel besser, wenn es eine einzige Person an der Spitze gibt, die sich satt zurück lehnen kann und sich keine Sorgen um mögliche “Königsmörder” machen muss ? Hat Merkel nicht vielleicht vor allem deshalb die echten Reformvorschläge unterstützt, weil sie unter dem ständigen Zwang steht, sich klar profilieren und durchsetzen zu müssen ?

Konkurrenz belebt das Geschäft und ist der eigentliche Motor unserer Wirtschaftsordnung. Wieso sollte das für die Politik nicht auch gelten ?

Denn was passiert, wenn ein satter, alles dominierender Parteivorsitzender 16 Jahre lang unangefochten regieren kann, haben wir doch lange genug erlebt. Schliesslich sind wir ja gerade dadurch in die heutige Lage geraten…

CDU, Die vierte Gewalt | Comments Jump to the top of this page

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