Ein Unterschied wie Tag und Nacht !

June 6th, 2003

Auch wenn mir eigentlich immer mehr die Lust auf solche Sendungen vergeht, habe ich gestern Abend doch mal wieder Berlin Mitte im ZDF geschaut – Thema: Notoperation 2010.

Anwesend waren auch 2 Politikerinnen: Superministerin Ulla, sowie die neue Gesundheitsministerin des Landes Niedersachsen Ursula von der Leyen.

Ulla glänzte mal wieder mit der ihr ganz eigenen Mischung aus kindlicher Naivität und Inkompetenz, die Moderatoren immer wieder so herrlich hilflos den Kopf schütteln lässt. Mein Lieblingsspruch von ihr gestern: “Wir wollen ja die Tabaksteuer erhöhen, um die Leute dazu zu bringen mit dem Rauchen aufzuhören.” Ach so – ehrlich jetzt ? Das hatte ich irgendwie anders verstanden… Aber egal, hier gab es halt keine Überraschungen…

Ganz anders aber ihre Amtskollegin aus Niedersachsen: Sie sagte wenig, aber was sie sagte hatte Hand und Fuss. Zum ersten Mal seit langem hatte ich das Gefühl, dass hier ein deutscher Politiker von etwas sprach, von dem er, oder besser sie, wirklich was versteht.

Ein so epochaler Niveauunterschied machte mich natürlich wahnsinnig neugierig. Dank Google war ich auch flux im Besitz der Lebensläufe beider “Streithennen”:

Ulla Schmidt
Geboren am 13. Juni 1949 in Aachen; 1 Tochter.

Ausbildung:
Besuch der Realschule, des Aufbaugymnasiums, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und der Fernuniversität Hagen.

Beruflicher Werdegang:
Lehrerin für Sonderpädagogik, Rehabilitation lernbehinderter und erziehungsschwieriger Kinder.
Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Bergbau, Chemie, Energie, des Verbandes deutscher Sonderschulen, des Kinderschutzbundes, des Marie-Schlei-Vereins, des Arbeiter-Samariter-Bundes, von Terre des Femmes-Menschenrechte für Frauen, des DRK sowie in örtlichen Vereinen.

Interessant: eine Sonderschulpädagogin, die Mitglied in der Bergbau-Gewerkschaft (?) ist, versucht sich an der Reform des Sozialsystems der drittgrößten Volkswirtschaft auf diesem Planeten… da wird einem einiges klar, oder ?

Und wie schaut das bei Ihrem Pendant aus Niedersachsen aus:

Ursula von der Leyen
Geboren am 8. Oktober 1958 in Brüssel, 7 Kinder

Ausbildung:
Europäische Schule in Brüssel 1964 – 1971
Mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium, Lehrte 1971 – 1976
Studium der Volkswirtschaft (Göttingen, Münster) 1977 – 1980
London School of Economics 1978
Studium der Medizin (Medizinische Hochschule Hannover; MHH)1980 – 1987
Staatsexamen und Approbation 1987
Promotion 1991
Magister Public Health (M.P.H.) 2001

Beruflicher und wissenschaftlicher Werdegang:
Assistenzärztin, Frauenklinik der MHH 1988 – 1992
Aufenthalt in Stanford, Californien/USA 1992 – 1996
Auditing guest: Stanford University, Graduate School of Business 1993
Marktanalyse, Stanford Health Services Hospital Administration 1995
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Abteilung Epidemiol 1998 – 2002
Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (MHH)

Fassen wir das mal zusammen: Die Eine ist praktizierende Ärztin gewesen, war eine Weile in Stanford und hat auch sonst einen ganz beeindruckenden Lebenslauf, mal ganz abgesehen davon, dass sie im Alleingang versucht, die Überalterung der deutschen Gesellschaft aufzuhalten. Die Andere war eine Weile Lehrerin und in der Arbeiterwohlfahrt… Ah jaa…

Da ist es irgendwie schon ein Akt der blanken Ironie, dass jemand wie Ulla für eine neue Behörde kämpft, die eine ausreichende Qualifikation von Ärzten sicherstellen soll…

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