Eine eMail vom Bundeskanzler !?

December 19th, 2002

Auf ihrer Website bietet die Bundesregierung ihren Untertanen die Möglichkeit Fragen an sie zu stellen. Ein Service, den man gern mal testet, dachte ich mir und fragte Ende Oktober, wie es um den Umzug von Bonn nach Berlin steht. Ist Berlin heute, dreieinhalb Jahre nach dem Umzug, wirklich Regierungssitz ??

Knapp 2 Monate später kam heute die erstaunliche Antwort:

Sehr geehrter (…),

für Ihre mail bedanke ich mich und darf Ihnen Folgendes mitteilen :

Entgegen vielfach geäußerter Auffassung gibt es nicht einen doppelten Regierungssitz, sondern einen aufgeteilten. Was man demnach an einem Sitz abbaut, muss man bei dem anderen wieder aufbauen.

In Bonn sind immer noch knapp 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesregierung beschäftigt, in Berlin rd. 8.500, von denen knapp 5.000 umgezogen sind.

Die Verlagerung von Parlament und Regierung im Sommer 1999 nach Berlin hat Gesamtaufwendungen von rd. 20 Mrd. DM veranlasst. Die teilungsbedingten Kosten werden nach jüngsten Erhebungen des Bundesrechnungshofs mit rd. 10 Mio. Euro jährlich (bei abnehmender Tendenz) veranschlagt.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
(…)

Interessant, oder ?? Eigentlich nimmt man doch an, dass mit der Verlagerung der Hauptstadt auch die Regierung umgezogen ist. Schliesslich hat der Steuerzahler alleine 1 Milliarde DM an die Beamten gezahlt, um Ihnen die “soziale Härte”, die der Verlust der rheinischen Heimat für sie bedeutete, zumindest ein wenig “abzufedern”. Dabei sind lediglich 5.000 von rund 20.000 Beschäftigen wirklich umgezogen. Der größte Teil arbeitet nach wie vor glücklich am Rhein !!

Und wie realistisch ist es, dass dieser “aufgeteilte” Regierungssitz lediglich 10 Mio. Euro pro Jahr an zusätzlichen Kosten produziert ? Ein Mathematiker würde sagen: Beliebig unwahrscheinlich…

Denn schon alleine das Pendeln der 3500 Beamten, die laut der Mail in Berlin arbeiten, aber in Bonn wohnen, dürfte deutlich mehr als 10 Mio. Euro kosten. Sonst würden schliesslich für die wöchentliche Heimfahrt lediglich 55 Euro zur Verfügung stehen – mehr sind bei 3500 Pendlern und einem Budget von 10 Mio. Euro. nicht drin !! Aber mit einem Bahnticket für 55 Euro kämen die armen Rheinländer vermutlich gerade mal bis Magdeburg… und mal ehrlich: Wer will schon nach Magdeburg !? ;-)

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