Ein paar launige Gedanken zum Thema Ladenschluss

December 11th, 2002

Ja, Wahnsinn – Jetzt wird der Reformstau aufgelöst und Deutschland erreicht wieder Weltniveau. Denn was hat RotGrün gestern beschlossen: der Ladenschluß am Samstag wird um ganze 4 Stunden nach hinten verschoben !!! Eine Revolution…

Während sich das Ausland verwundert die Augen reibt, rüsten die Gewerkschaften zum Kampf. Auf einer speziellen Web-Site informiert Verdi darüber, warum beim Ladenschluss alles so bleiben muss wie es ist. Die Argumente sind genauso alt, wie unsinnig :
“Es lohnt sich nicht, weil sowieso keiner kommen wird” – nur würden dann die Läden erst gar nicht länger öffnen.
“Und wenn doch einer kommt, dann wäre er ganz sicher auch früher gekommen” – profitieren tut also nur der Kunde und der stört sowieso schon genug den Arbeitsalltag.
Und überhaupt: “Das Ganze bedeutet unglaublichen Arbeitsstress für das Verkaufspersonal bis in den Samstag-Abend” – das verwundert ein bisschen, denn wenn sowieso keiner kommt (s.o.), müsste das doch eigentlich ein ziemlich lauer Job sein !?
Mein Lieblingsargument aber ist: “Das verdrängt nur die kleinen Läden und hilft den Ketten und grossen Kaufhäusern…”

Seit Jahrzehnten entdecken Politik und Gewerkschaften mit schöner Regelmäßigkeit ihr Herz für den kleinen Einzelhändler und beglücken ihn mit neuen Gesetzen und Verordnungen. Aber leider erdrücken sie ihn mehr und mehr mit dieser Art Zuneigung !!

Nirgendwo in Europa ist der Einzelhandel so stark reguliert wie in Deutschland und nirgendwo ist die Bedeutung von kleinen Einzelhändlern so zurückgegangen wie hier. Der Grund ist einfach: Flexibel auf Kundenbedürfnisse können vor allem kleine Läden reagieren – zumindest in anderen Ländern. Da macht der kleine Händler seinen Laden einfach abends 2 Stunden länger auf, gibt dem Stammkunden einen Extrarabatt oder überbrückt einen Engpass mit einer Sonderaktion, um schnell Geld in die Kasse zu bekommen. In Deutschland erhält der gleiche kleine Händler vor allem eins: Abmahnungen !!

Durch all die wohlmeinenden Gesetze und Verordnungen wird der Handel so eingezwängt, dass der Wettbewerb nur noch über den Preis läuft. Jeder Konsument hat inzwischen gelernt: der billigste ist der beste Händler. Und gute Preise können vor allem große Handelsformen bieten. Folgerichtig verschwinden immer mehr kleine Läden…

Ein gutes Beispiel dafür, wie unsinnig staatliche Eingriffe in die Marktwirtschaft sein können, denn erreicht wird nur das genaue Gegenteil von dem, was eigentlich erreicht werden sollte. Aber wie heisst es doch so schön: “The road to hell is paved with good intentions”…
Artikel bei Spiegel.de

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“… alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.” – Art. 20,2 GG

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