Blut-, Schweiß- und Tränen okay ! Aber bei wem ?
November 25th, 2002
Immer mehr Politiker aus der SPD fordern von Kanzler Gerd eine “Blut-, Schweiß- und Tränenrede” wie sie der britische Premierminister Winston Churchill im 2.Weltkrieg gehalten hat – ziemlich seltsam wie ich finde !
Denn mit einer solchen Rede soll er die Bürger auf große Opfer einstimmen. Aber Moment mal – die großen Opfer werden doch schon ziemlich lange von der Bevölkerung erbracht !!
Wir haben seit Jahren ständig steigende Steuern und Beiträge zur Sozialversicherung. Die Folge: Von den Kosten die einem Arbeitgeber (inkl. Beiträgen zur Sozialversicherung) für eine Arbeitsstunde heute entstehen, kommt beim Arbeitnehmer gerade noch 1/3 als Nettolohn an. Den Rest – also 2/3 – kassiert der Staat mit Abgaben und direkten Steuern. Ein extrem hoher Anteil, wenn man dies mit anderen EU-Ländern vergleicht. Hinzu kommen zahlreiche indirekte Steuern, die beim Ausgeben des Nettolohns anfallen: Mehrwertsteuer, Tabaksteuer, Ökosteuer, Branntweinsteuer usw…
Anders ausgedrückt: von jedem Euro den der Arbeitgeber zahlt, läßt der Staat – nach Abzug aller Abgaben und direkten bzw. indirekten Steuern – dem Arbeitnehmer weniger als 20 Cent übrig !!!!! Wenn das keine großen Opfer sind, was dann ??
Wirkliche Reformen dürften doch nur ein Ziel haben: die Leistungen des Staates effizienter zu erbringen, um damit die Belastung der Bevölkerung zu reduzieren. Wozu dann aber eine Blut-, Schweiß- und Tränenrede ? Die macht doch eigentlich nur dann Sinn, wenn man der Meinung ist, dass der Bürger von seinen üppigen 20 Cent zukünftig noch mehr an den Staat abführen soll, oder ??

